Magnesium Bisglycinat: Warum diese Form die beste Wahl ist

Magnesium-Bisglycinat-Kapseln neben einem Magnesium-Mineral

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an einen Arzt oder Apotheker. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Magnesium Bisglycinat (auch Magnesium-Glycinat) hat mit ~80% die höchste Bioverfügbarkeit aller gängigen Magnesiumformen — und ist gleichzeitig am besten magenverträglich. Aber warum gibt es überhaupt verschiedene Formen, und wann brauchst du welche?

Warum Magnesium supplementieren?

Magnesium ist an über 600 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt. Es trägt bei zu:

  • Normaler Muskelfunktion (EFSA-bestätigt)
  • Normaler Funktion des Nervensystems
  • Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
  • Normalem Energiestoffwechsel
  • Elektrolytgleichgewicht

Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen 26% der Männer und 29% der Frauen in Deutschland nicht die empfohlene Magnesiumzufuhr von 350–400mg pro Tag.

Magnesiumformen im Vergleich

Nicht jedes Magnesium ist gleich. Die Form bestimmt, wie gut dein Körper es aufnehmen kann:

  • Magnesium Bisglycinat (Chelat): ~80% Bioverfügbarkeit. Magnesium gebunden an die Aminosäure Glycin. Magenschonend, beruhigend, ideal für abends.
  • Magnesium Citrat: ~65% Bioverfügbarkeit. Gut resorbierbar, aber kann abführend wirken.
  • Magnesium Oxid: ~4% Bioverfügbarkeit. Sehr günstig, aber schlecht aufnehmbar. Wird oft in Supermarkt-Produkten verwendet.
  • Magnesium Taurat: ~60% Bioverfügbarkeit. Gut für Herz-Kreislauf, seltener erhältlich.
  • Magnesium Malat: ~55% Bioverfügbarkeit. Gut bei Müdigkeit und Erschöpfung.

Warum Bisglycinat die beste Wahl ist

Drei Gründe sprechen für Magnesium Bisglycinat:

1. Höchste Aufnahme: Als Chelat (Aminosäure-gebunden) nutzt es den Aminosäure-Transportweg im Darm — nicht den überlasteten Mineralstoff-Transporter. Das bedeutet weniger Konkurrenz und bessere Absorption.

2. Magenschonend: Anders als Magnesiumcitrat oder -oxid verursacht Bisglycinat keine Durchfälle oder Magenkrämpfe — selbst bei höheren Dosierungen.

3. Glycin-Bonus: Die gebundene Aminosäure Glycin wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Studien zeigen, dass Glycin die Schlafqualität verbessern kann — daher ist Magnesium Bisglycinat ideal für die abendliche Einnahme.

Dosierung

Empfohlene Tagesdosis: 300–400mg elementares Magnesium.

Wichtig: Achte auf den Gehalt an elementarem Magnesium, nicht auf das Gesamtgewicht der Verbindung. 2.000mg Magnesium Bisglycinat enthalten etwa 400mg elementares Magnesium.

Die Einnahme auf 2 Dosen aufzuteilen (morgens + abends) kann die Aufnahme optimieren — der Darm hat eine begrenzte Kapazität pro Einzeldosis.

Einnahme-Tipps

  • Abends 30–60 Minuten vor dem Schlafen (Glycin-Effekt)
  • Nicht zusammen mit Calcium oder Eisen (2–3h Abstand)
  • Nicht zusammen mit Kaffee (beeinträchtigt Aufnahme)
  • Kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden

FAQ

Wie merke ich, dass ich Magnesiummangel habe?

Typische Anzeichen: Muskelkrämpfe (besonders nachts in den Waden), Augenlid-Zucken, innere Unruhe, Schlafprobleme, Kopfschmerzen und Herzrasen. Ein Bluttest (Serum-Magnesium) ist leider unzuverlässig — nur 1% des Magnesiums befindet sich im Blut.

Wie lange dauert es, bis ein Mangel ausgeglichen ist?

Bei täglicher Supplementierung von 400mg: ca. 4–6 Wochen. Die Muskelspeicher füllen sich langsam.

Kann ich Magnesium überdosieren?

Bei oraler Einnahme reguliert der Körper überschüssiges Magnesium über die Nieren. Bei sehr hohen Dosen (>800mg) kann Durchfall auftreten — ein natürlicher Schutzmechanismus. Bei Bisglycinat ist dieses Risiko geringer als bei anderen Formen.

Quellen & Studien